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Gibt es künftig bei Feten auf dem Uni-Campus nur noch
Bier von der Eichbaum-Brauerei? Bei den
Studentenvertretern von AStA, Fachschaften und einigen
Hochschul-Initiativen schäumt dieser Tage der Ärger
über. Die Universität will gemeinsam mit ihrer
Marketing-Gesellschaft Absolventum GmbH und der
Eichbaum-Brauerei einen Exklusiv-Vertrag über die
Bieranlieferung abschließen.
Das Geschäft, so bestätigten Uni-Sprecher Achim
Fischer und Eichbaum-Verkaufsdirektor Rainer Heilmann,
umfasst eine gut 1,2 Millionen Euro schwere Investition
der Brauerei in ein Lokal mit Außenbewirtschaftung und
Jazzgewölbe im Kohlenkeller des Schloss-Westflügels
sowie den umstrittenen Bierlieferungsvertrag für alle
Veranstaltungen auf dem Campus.
Mit gut und gerne 500 Hektoliter des schäumenden
Malzgetränks löschen die angehenden Akademiker bei den
diversen Feierlichkeiten im Lauf des Jahres ihren Durst.
"Wir wollen uns nicht zu Bierverkäufern der
Eichbaum-Brauerei degradieren lassen", ärgert sich
AStA-Sprecher Matthias Spitz, der neun Fachschaften -
das sind die Studentenvertretungen in den Fakultäten -
sowie die Feten organisierenden Studenteninitiativen
"Radioaktiv", ANSA (Norwegerfete), campusclick.de und
schneckenhof.de hinter sich weiß. "Wir finanzieren uns
über die Einnahmen aus den Feten und haben bisher
erfolgreich selbstständig mit Getränkelieferanten
verhandelt", so Spitz. Welche Biersorte bei einer Fete
ausgeschänkt werde, sei auch eine Imagefrage. Nicht
allen schmecke das Mannheimer Traditionsbier, trendige
Drinks von Rothaus, Welde oder Binding-Lager liefen
vielen Studies glatt 'rein.
"Wenn dieses Thema das wichtigste Anliegen der
Studierendenvertreter ist, dann muss mit unserem
Kerngeschäft alles zum Besten bestellt sein", schüttelt
Uni-Sprecher Fischer den Kopf über so viel Aufregung.
Mit Eichbaum sei vereinbart, dass der Bierpreis für die
Initiativen nicht steigen dürfe, außerdem bestehe keine
Finanzverflechtung zwischen dem Investment der Brauerei
in den Kohlenkeller und der Erlösen aus dem Bierverkauf.
Fischer: "Es ist aber klar, dass wir unserem
Geschäftspartner Eichbaum keine Konkurrenz vor die Nase
setzen wollen."
Dass die Studenten sich für eigene
Verhandlungsspielräume einsetzen, findet
Studentenwerksgeschäftsführer Karl-Heinz Metzger "gut" -
gleichwohl haben sich seine Uni-Speisebetriebe längst
vertraglich an Eichbaum gebunden. Das geplante
Kellerlokal sieht Metzger ebenfalls positiv: "Vielleicht
werden wir als Pächter der Brauerei dort wirtschaften",
rammt er seine Pflöcke schon mal ein.
Bis 2005 könnte der Kohlenkeller fertig sein,
kündigte Eichbaum-Direktor Heilmann eine zwölfmonatige
Planungs- und Umbauphase an. Denn schon im Januar soll
der Biervertrag unterzeichnet werden.
© Mannheimer Morgen -
04.12.2003 |